
vielleicht mag einer oder der andere eine mail an die verantwortlichen schicken, das ist ja mehr als abartig «man stellt ein tier zur verfügung» oder man kann ein eigenes mitbringen…
Gehen wir heute ein bisschen schlachten?"
Das ist also des Schweizers neuester Spassevent: "Ausflug zum Schlachthof Ballenberg!"
Das bisher bei Familie Schweizer so beliebte Freilichtmuseum Ballenberg (http://www.ballenberg.ch" onclick="window.open(this.href);return false;) wird von der SBB als Ausflugsziel und Juli-Hit mit dem Titel "Ein Museum voller Leben" (http://www.sbb.ch" onclick="window.open(this.href);return false;) beworben. Auch Coop preist es als das "lebendigste Museum der Welt" an und wirbt mit frei umher laufenden Gänsen (http://www.coopzeitung.ch/Ballenberg_+S ... m+Anfassen" onclick="window.open(this.href);return false;).
Vermutlich wussten damals weder SBB noch Coop, dass der Ballenberg die Familie Schweizer nun zum neuen Event einlädt: "Ausflug zum Schlachthof Ballenberg - Schlachten für jedermann leicht gemacht". Der neue Kurs verspricht: "Nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Hausschlachtung mit Gesetzesvorgaben und Hygienevorschriften, erhält jeder Kursteilnehmer die Gelegenheit unter fachlicher Anleitung sein mitgebrachtes Tier zu schlachten." (http://kurse.ballenbergkurse.ch/BasisSi ... ssID=47514" onclick="window.open(this.href);return false;) Der Blick hatte unter dem Titel "Schlachten für Anfänger" bereit im Juni darauf aufmerksam gemacht , dass bei Bedarf auch ein Tier zur Verfügung gestellt wird (http://www.blick.ch/news/schweiz/bern/s ... 52313.html" onclick="window.open(this.href);return false;). Aber offenbar ist dieser Artikel in der Vorsommerzeit untergegangen.
Die Spassgesellschaft hat nun also einen neuen Höhepunkt gefunden: Jeder darf nun selber Hand anlegen und ein Tier schlachten. Da stellt sich doch die Frage: Wie weit muss die Verrohung der Sitten noch gehen und das Tier noch weiter als Sache entwürdigt werden? Wieso wird hier aus Spass riskiert, dem Tier Leid zuzufügen?
Solange Fleisch schön zerlegt und in Cellofan gehüllt im Kühlregal liegt, ist der Abstand zum lebenden und empfindenden Tier zu weit weg. Deshalb ist oft die Forderung zu hören, dass jeder, der Fleisch isst, das Tier auch selber mit eigener Hand töten sollte, damit er sieht, woher das Fleisch kommt. Das wohl in der Hoffnung, dass der Respekt dem tierischen Leben gegenüber wieder steigt. Aber man darf sich keiner Illusion hingeben: Diesen Kurs werden wohl nur diejenigen besuchen, welche ohnehin bereits soweit abgestumpft sind, dass sie das Tier nur als Fleischlieferanten betrachten. Ändern wird das nichts, ausser wohl zwei Dinge: Erstens kriegen diese Leute nun die Gelegenheit, endlich selber Hand anlegen zu dürfen, um ihr offenbar bestehendes Bedürfnis, Leben zu töten, mit dem Schweizer Qualitätssiegel des Ballenbergs ausleben zu dürfen. Und zweitens ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Anfänger den Tieren unnötig Leid zufügen werden.
Die fachmännische Schlachtung macht vor allem deshalb Sinn, weil man sich davon die optimalste Tötung für das Tier verspricht. Anfänger haben hier nichts zu suchen. Und von einem Schweizer Vorzeige-Museum wie dem Ballenberg hätte man etwas anderes erwarten dürfen. Wenn "Schlachten für alle" zum Schweizer Kulturgut zählen soll, dann fehlt nur noch, dass jemand seinen eigenen Hund zum Schlachten bringt: Dann hätte der Ballenberg für den Ruf der Schweiz im Umgang mit Tieren wohl auch noch "den Vogel abgeschossen".
In diesem Sinne: Melden Sie dem Ballenberg ihren Unmut. Und allen Unternehmen, welche den Ballenberg in welcher Form auch immer unterstützen, sei ihre eigene unternehmerische Verantwortung in Erinnerung gerufen, solche Institutionen zu meiden, zumindest solange sie solche Angebote feilbieten.